Wo die gesetzliche Unfallversicherung aufhört
Fast jeder glaubt, über die Arbeit unfallversichert zu sein. Das stimmt — aber nur für einen Teil des Tages.
Was die gesetzliche Unfallversicherung abdeckt
Die Berufsgenossenschaften springen ein bei Arbeitsunfällen, bei Wegeunfällen auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und bei Berufskrankheiten. Kinder sind entsprechend in Kita, Schule und auf dem Schulweg geschützt.
Das ist ein solides Fundament. Nur endet es exakt dann, wenn der Arbeitstag endet.
Wo sie nicht zahlt
- Der Sturz von der Leiter beim Aufhängen der Gardine
- Der Fahrradunfall auf der Sonntagstour
- Der Bänderriss beim Fußball im Verein
- Der Treppensturz zu Hause
- Der Umweg zum Supermarkt auf dem Heimweg — sobald du vom direkten Weg abweichst
Der letzte Punkt überrascht die meisten. Der Versicherungsschutz auf dem Arbeitsweg gilt für den direkten Weg. Wer tankt, einkauft oder das Kind abholt, unterbricht ihn — je nach Dauer und Umweg endet der Schutz für diesen Abschnitt.
Warum das statistisch ins Gewicht fällt
Der weit überwiegende Teil aller Unfälle passiert nicht bei der Arbeit, sondern zu Hause und in der Freizeit. Genau der Bereich also, den die gesetzliche Unfallversicherung nicht abdeckt. Wer nur auf sie vertraut, ist für die Mehrheit der realistischen Fälle ohne Absicherung.
Was eine private Unfallversicherung anders macht
Sie gilt weltweit und rund um die Uhr — beruflich wie privat, im Urlaub wie im Garten. Ihre Kernleistung ist die Invaliditätsleistung: eine einmalige Summe, wenn nach einem Unfall dauerhaft etwas zurückbleibt.
Dieses Geld ist nicht als Einkommensersatz gedacht, sondern für das, was danach kommt: den barrierefreien Umbau, das umgerüstete Auto, die Reduzierung der Arbeitszeit, eine Umschulung.
Die häufigste Fehleinschätzung
Viele schließen eine Unfallversicherung ab und halten damit das Thema Arbeitskraft für erledigt. Das ist es nicht. Berufsunfähigkeit entsteht in der großen Mehrheit der Fälle durch Krankheit — Rücken, Psyche, Krebs —, nicht durch einen Unfall. Die Unfallversicherung deckt genau diesen Teil nicht ab.
Beide Verträge haben ihre Berechtigung, aber sie ersetzen einander nicht. Wenn das Budget nur für eines reicht, ist die Reihenfolge fast immer eine andere, als man denkt — und genau das besprechen wir mit dir, statt dir das zu verkaufen, was du zuerst angefragt hast.
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